Die Druckfassung zeigt aktuelle Auswahlen als statische Momentaufnahme. Quellen und Modellgrenzen bleiben erhalten. Das Speichern als PDF erfolgt über Deinen Browser.
Unter jeder Oberfläche.
Eine andere Welt.
Wir können die Planeten nicht aufschneiden. Doch Wellen, Bewegungen und Felder verraten, welche Modelle zu ihrem Inneren passen.
Der Geschichte folgen ↓Ähnliche Bausteine, verschiedene Innenleben.
Bei der Entstehung liefern Zusammenstöße, Kompression und radioaktiver Zerfall Wärme. Wird Material beweglich genug, können sich schwere metallreiche und leichtere silikatische Bestandteile trennen. Diese Differentiation prägt viele Gesteinswelten.
Die weitere Entwicklung hängt von Größe, Zusammensetzung, Abkühlung und äußeren Einflüssen ab. Ein kleiner Körper verliert Wärme anders als ein großer. Gasriesen besitzen keine feste Oberfläche wie die Erde; Druck und Temperatur verändern die Zustände ihres Materials im Inneren.
Der Erdmantel ist überwiegend fest. Über sehr lange Zeiten kann er sich trotzdem verformen und konvektieren. „Unter der Kruste ist alles flüssige Lava“ beschreibt das Innere der Erde falsch.
Messdaten begrenzen mögliche Modelle.
Erdbebenwellen verändern ihre Geschwindigkeit und ihren Weg an Materialgrenzen. Manche Wellen laufen nicht durch Flüssigkeiten. Zusammen mit Gravitation, Rotation und Magnetfeld lassen sich innere Strukturen erschließen.
Für Merkur lieferte MESSENGER wichtige Gravitations- und Rotationsdaten. InSight erschloss Mars mit seismischen Messungen. Juno prüft Jupiter unter anderem über sein Gravitationsfeld. Nicht jede Welt besitzt denselben Datentyp; die Gewissheit ist deshalb unterschiedlich.
Eine 2025 veröffentlichte seismische Studie schlägt einen festen inneren Marskern vor. Solche Ergebnisse erweitern ältere vereinfachte Darstellungen. Auch die Verteilung schwerer Elemente in Jupiters diffusem Kern bleibt modellabhängig.
Unter die Oberfläche schauen – mit Grenzen.
Wähle eine Welt und eine Schicht. Die Querschnitte zeigen eine qualitative Reihenfolge. Alle Schichtdicken sind frei gestaltet, nicht maßstäblich.
Qualitativer Schichtenquerschnitt der gewählten Welt. Farben und Schichtdicken sind nicht maßstäblich; gemessene Größen, erschlossenes Modell und offene Details stehen unter dem Bild.
Erde · Kruste
Dünne feste Außenschicht; im Bild stark überhöht.
Messdaten: Laufzeiten und Ausbreitungswege von Erdbebenwellen, Gravitation und Magnetfeld.
Erschlossenes Modell: Ein silikatischer Mantel umgibt einen flüssigen äußeren und festen inneren metallreichen Kern.
Offene Details: Zusammensetzung, Temperaturverteilung und kleinräumige Strukturen bleiben Gegenstand der Forschung.
Alle vier Welten im Text vergleichen
Erde
Messdaten: Laufzeiten und Ausbreitungswege von Erdbebenwellen, Gravitation und Magnetfeld.
Modell: Ein silikatischer Mantel umgibt einen flüssigen äußeren und festen inneren metallreichen Kern.
Offen: Zusammensetzung, Temperaturverteilung und kleinräumige Strukturen bleiben Gegenstand der Forschung.
Merkur
Messdaten: MESSENGER-Gravitationsdaten, Rotation und Magnetfeld.
Modell: Sehr großer metallreicher Kern, ungefähr 85 Prozent des Planetenradius; Teile sind flüssig.
Offen: Genauer Zustand, Zusammensetzung und innere Grenzflächen sind modellabhängig.
Mars
Messdaten: InSight zeichnete Marsbeben auf. Seismische Wellen erschließen das Innere.
Modell: Kruste und Mantel liegen über einem metallreichen Kern. Eine Studie von 2025 findet Hinweise auf einen festen inneren Kern.
Offen: Der 2025 vorgeschlagene innere Kern und die genaue Schichtung müssen mit weiteren Analysen geprüft werden.
Jupiter
Messdaten: Juno vermisst unter anderem das Gravitations- und Magnetfeld; Spektren erschließen die Atmosphäre.
Modell: Mit zunehmendem Druck geht Wasserstoff in dichte fluide und leitende metallische Zustände über. Modelle erlauben einen verdünnten Kern.
Offen: Verteilung schwerer Elemente und Größe des diffusen Kernbereichs hängen von Modellannahmen und Zustandsgleichungen ab.
Farben und kreisförmige Grenzen sind Orientierungshilfen. Insbesondere Jupiters diffuser Kern hat keine hier gemessene scharfe Kante. Die Grafik ist keine Fotografie, keine Bohrprobe und keine berechnete Dichtekurve. Bei Mars wird der 2025 vorgeschlagene feste innere Kern ausdrücklich als Forschungsergebnis mit Modellunsicherheiten dargestellt.
Alles bleibt in diesem Tab. Keine Speicherung und keine Übertragung. Keine automatisch laufende Animation.
Woran Du die Geschichte prüfen kannst.
- USGS · Inside the Earth
- NASA · Geosphere
- NASA · Mercury Facts
- NASA · Mercury Interior Constraints
- NASA/JPL · Mars Core, 2023
- Bi et al. · A Solid Inner Core in Mars, 2025
- NASA · Jupiter Facts
- Howard et al. · Jupiter Interior Model Constraints
Quellenstand: 25. Oktober 2026. Fachlich anhand der hier genannten Primärquellen geprüft am 25. Oktober 2026. Schematische Grafiken sind eigene Lehrillustrationen.
Statische Lesefassung von planeten.website. Interaktive Grafiken zeigen die aktuelle Auswahl, keine laufende Simulation. Vollständige Funktionen: https://planeten.website/inneres-der-planeten/. Autor: Mario V.W.B.R. Obst.

