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Die Geburt neuer Welten

Wie entstehen
Planeten?

Am Anfang sind es winzige Körner.
Am Ende können ganze Welten daraus werden.

Eine Reise durch die Werkstatt junger Sterne – und zu den Fragen, die ihre Entstehung bis heute aufwirft.

Vom Staub zur Welt ↓
ALMA-Aufnahme der Scheibe um HL Tau mit farbcodierten hellen Ringen und dunkleren Lücken
HL Tau · Radioteleskop-Aufnahme
ALMA (ESO/NAOJ/NRAO) · Farben codieren die Messhelligkeit

Eine Scheibe voller Möglichkeiten.

Planetenbildung beginnt in der Umgebung junger Sterne. Wenn sich eine Gas- und Staubwolke zusammenzieht, sammelt sich Material im Zentrum. Ein Teil bleibt in einer rotierenden Scheibe zurück. In dieser protoplanetaren Scheibe können neue Welten wachsen.

Anfangs sind feste Teilchen sehr klein. Bei sanften Zusammenstößen können sie aneinander haften. Aus Körnern werden lockere Aggregate und größere Bausteine. Doch Wachstum ist kein Selbstläufer: Körper können abprallen, zerbrechen oder durch den Einfluss des Gases nach innen driften.

STAUB UND AGGREGATE

Berühren und haften.

Bei kleinen Teilchen ermöglichen Oberflächenkräfte erste Verbindungen.

PLANETESIMALE

Schwerkraft gewinnt Gewicht.

Aus konzentriertem Material können kilometerweite Körper entstehen.

PLANETARE EMBRYONEN

Welten im Aufbau.

Größere Körper sammeln Material und stoßen auch miteinander zusammen.

Wo liegt die schwierige Stelle?

Zwischen kleinen Körnern und großen Planetesimalen liegen mehrere Wachstumshürden. In Modellen können sich Teilchen lokal anreichern, etwa an Druckstrukturen oder im Umfeld von Eisgrenzen. Dichte Ansammlungen können unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenfallen. Wie wichtig einzelne Wege sind, hängt von den Bedingungen in der Scheibe ab. Es gibt keinen einzigen lückenlos beobachteten Bauplan für alle Planeten.

Nicht nur lesen. Selbst entdecken.

Viel mehr Material.
Nur etwas mehr Größe.

Eine Kugel wächst in drei Dimensionen. Bei gleicher Dichte steckt in einem Körper mit doppeltem Durchmesser die achtfache Masse. Eine einzelne Massenverdopplung macht seinen Durchmesser deshalb nur ungefähr 1,26-mal so groß.

Probiere aus, wie viele gleich große Bausteine ein größerer Körper enthalten würde. Jede Reglerstufe verdoppelt die gesammelte Masse. Die Rechnung zeigt ein Größenverhältnis; sie sagt nicht voraus, ob diese Bausteine in einer echten Scheibe zusammenfinden.

Bei echten Kollisionen ändern sich Form, Porosität und manchmal die Zusammensetzung. Material kann verloren gehen. Das einfache Experiment lässt diese Prozesse bewusst weg.

Rechnung: Anzahl = 2n; Durchmesser = Ausgangsdurchmesser × 2n/3. Kein Modell für Kollisionsgeschwindigkeiten, Schwerkraftentwicklung oder Entstehungsdauer.

Das GrößenexperimentBausteineEin Körper
Anzahl ursprünglicher Bausteine
8
Durchmesser des neuen Körpers
2 cm
Durchmesser im Vergleich
2-fach

Acht gleich große Bausteine ergeben bei gleicher Dichte den doppelten Durchmesser.

Gedankenmodell: kompakte Kugeln, gleiche Dichte, vollständiges Zusammenfügen ohne Materialverlust. Ausgangsbaustein: 1 cm Durchmesser. Bild und Fortschrittsbalken sind schematisch; der Regler ist keine Zeitachse.

Warum werden nicht alle Welten gleich?

Temperatur, Materialangebot und die Lebensdauer der Gasscheibe beeinflussen, welche Körper wachsen können. In kalten Bereichen können neben Gestein auch bestimmte Eisarten zu den festen Bausteinen gehören. Eine „Schneegrenze“ bezeichnet dabei die temperaturabhängige Grenze für einen bestimmten Stoff, etwa Wasser. Sie ist keine ewige Linie an einem festen Abstand.

Wächst ein ausreichend massereicher Kern, solange noch viel Gas verfügbar ist, kann er eine große Gashülle sammeln. Andere Körper bleiben überwiegend felsig. Spätere Zusammenstöße und Veränderungen der Umlaufbahnen gestalten das Ergebnis weiter. Der heutige Ort eines Planeten muss deshalb nicht sein Geburtsort sein.

Sehen wir Planeten gerade beim Entstehen?

Teleskope beobachten Scheiben um junge Sterne und die Verteilung von Staub und Gas. Das ALMA-Bild oben zeigt die Scheibe um HL Tau bei Millimeterwellenlängen. Es ist keine Aufnahme unseres frühen Sonnensystems. Ringe und Lücken helfen, Prozesse in solchen Scheiben zu untersuchen; allein aus einer Lücke folgt noch kein sicher nachgewiesener Planet.

Wie lief das bei unserem Sonnensystem ab? →

Zum Weiterforschen.

Quellenstand: 22. Oktober 2026. Das Größenexperiment ist eine geometrische Rechnung unter ausdrücklich genannten Annahmen.

Mario an seinem Schreibtisch – illustrierte Darstellung

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