Uranus.
Eine ferne Welt.
Mit einer ungewöhnlichen Schieflage.
Uranus dreht sich fast auf der Seite. Das macht seine Jahreszeiten besonders extrem.
Die Geschichte entdecken ↓
Was brachte diese Welt aus dem Lot?
Uranus entstand im jungen Sonnensystem aus Gas, Staub und festem Material. Er zählt mit Neptun zu den Eisriesen. Der Name beschreibt Bestandteile wie Wasser, Ammoniak und Methan in den Modellen seines Inneren. Er bedeutet nicht, dass der ganze Planet eine kalte, feste Eiskugel ist. In der Tiefe herrschen hoher Druck und hohe Temperaturen.
Seine Achse ist um etwa 97,8° gegen die Senkrechte auf die Bahnebene geneigt. Dadurch kann jeweils eine Polarregion sehr lange der Sonne zugewandt sein. Ein großer Zusammenstoß ist eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Lage. Ob ein einzelnes Ereignis genügt oder mehrere Prozesse beteiligt waren, ist nicht abschließend geklärt.
Ein Eisriese entsteht.
Gas und schwerere Bestandteile bauen den Planeten auf.
Eine Achse gerät in Schieflage.
Zusammenstöße und andere dynamische Prozesse kommen als Ursachen infrage.
Lange Sommer, lange Winter.
Ein Umlauf dauert ungefähr ein Menschenleben.
Warum wirkt Uranus blaugrün?
Methan in seiner Atmosphäre absorbiert einen Teil des roten Sonnenlichts. Zusammen mit Dunst und anderen Eigenschaften der Atmosphäre prägt das den Farbeindruck. Fotografien hängen außerdem davon ab, welche Filter verwendet und wie die Bilder aufbereitet wurden.
Wenn der Sommer
Jahrzehnte prägt.
Ein Uranusjahr dauert etwa 84 Erdjahre. Ein Viertel seiner Bahn entspricht deshalb rund 21 Erdjahren. In Polnähe kann die Sonne über lange Zeit ganz oberhalb oder ganz unterhalb des Horizonts bleiben.
Reise durch ein schematisches Uranusjahr. Das Modell betrachtet immer 70° nördliche Breite und zeigt, welchen Anteil einer Rotation die Sonne über dem Horizont steht.
Kreisbahn, Achsneigung 97,8°, fester Beispielort bei 70° Nord. Kein Standortabruf. Ohne Lichtbrechung oder Dämmerung; die Jahresphasen sind frei gewählt und keine aktuellen Jahreszeiten. Gasplanet ohne festen Beobachtungsboden.
- Sonne über dem Horizont bei 70° Nord
- Verstrichene Erdjahre im Modell
An diesem Beispielort herrscht durchgehender Tag.
Der Balken zeigt eine Rotation am gewählten Bahnpunkt. Die Atmosphäre hat keinen festen Boden; dargestellt ist ein gedachter Beobachtungsort.
Ein neuer Planet erweitert das Sonnensystem.
Uranus war bei guten Bedingungen schon vorher als schwacher Lichtpunkt sichtbar. Seine Einordnung als Planet veränderte jedoch die bekannte Größe des Sonnensystems.
Ein Lichtpunkt bewegt sich.
Herschels Beobachtung führt zur Anerkennung eines neuen Planeten.
Ringe verraten sich.
Kurze Abschwächungen des Sternlichts zeigen Material um Uranus.
Eine einzige nahe Begegnung.
Am 24. Januar passiert die Sonde den Planeten und untersucht Monde, Ringe und Magnetfeld.
Was bleibt nach dem Vorbeiflug offen?
Ein kurzer Vorbeiflug zeigt nur einen Ausschnitt aus einem sehr langen Jahr. Wie Atmosphäre, Magnetfeld und Inneres zusammenwirken, lässt sich daraus nicht vollständig ableiten. Fernrohre ergänzen die Messungen seitdem über längere Zeiträume.
Zum Weiterforschen.
- NASA · Uranus Facts – Achsneigung, Aufbau und Atmosphäre.
- NASA · Uranus Exploration – Entdeckung, Ringbeobachtung und Voyager 2.
- NASA · Planetary Fact Sheet – Größen- und Bahndaten; Durchmesser aus dem volumetrischen mittleren Radius.
- Bildquelle bei NASA – PIA18182, NASA/JPL-Caltech. Lokal eingebundene Voyager-2-Ansicht von der NASA-Faktenseite. Die blasse Wolkenhülle zeigt keine feste Oberfläche.

